Über die Georgbrücke fahren bzw. gehen wir jeden Tag zur Arbeit. Das Bild was sich hier bot war sehr bedrohlich. Es fehlten nur noch wenige Zentimeter und die Brücke wäre überflutet worden. Die Polizei hatte sie schon seit den frühen Morgenstunden für den Verkehr gesperrt. Obwohl der Pegel 11 cm über dem von 1954 stand, wurde die Stadt nicht überschwemmt. Dieses Glück hat Chemnitz dem nur geringen Treibgut auf der Chemnitz
zu verdanken, welches 1954 zu Verstopfungen unter den Brücken führte und dadurch das Wasser ins Stadtzentrum lenkte. Trotzdem ist entlang der Flüsse Chemnitz, Würschnitz und Zwönitz großer Schaden
entstanden. Chemnitz ist nochmal mit einem blauen Auge davongekommen. Die Nachrichten aus anderen Gegenden Sachsens (und Deutschlands, Östereichs sowie Tschechien) sind katastrophal. Ganze Städte sind total überflutet. Zehntausende Menschen mussten ihr Zuhause innerhalb von Minuten fluchtartig verlassen bzw. durch die Hilfskräfte gerettet werden.
 Rettungsversuche in Grimma. Die Schlauchboote kamen nicht mehr gegen die starke Strömung an! Der Radlader wurde wenig später ebenfalls abgetrieben. |
 Talsperre Kriebstein, ein Fahrgastschiff hat sich losgerissen und wird gegen die Staumauer gepresst |
Und es ist heute am 14.08.2002 noch kein Ende der Flut absehbar. Wenigstens hat es aufgehört zu regnen. Die Hochwasserwellen bewegen sich nun die Elbe, Mulde und andere Flüße weiter flußabwärts und bedrohen die Menschen in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen usw..
 Gelände des Dresdner Hauptbahnhofes |
 Dresdner Zwinger |
Von der Moldau kommt die nächste Welle, so das die Elbanlieger wie Pirna, Dresden und Meissen mit weiter steigenden Pegeln (z.Z. werden Pegelständen der Elbe von 8,50 m in Dresden und 11 m in Pirna erwartet) rechnen müssen. Keiner kann voraussagen wie sich die Lage in den schwer betroffenen Gebieten weiter entwickelt ...
... 17.08.2002: gegen 9 Uhr steht der Elbpegel bei 9,39 m, der Scheitelpunkt scheint erreicht zu sein. In Schöna fällt der Pegel der Elbe langsam, auch an der Moldau sinkt das Wasser. Dafür rollt die Hochwasserwelle mit unverminderter Kraft durch Sachsen-Anhalt. In Bitterfeld, Dessau und anderen Städten kämpfen tausende Menschen gegen das Wasser.
In den Hochwassergebieten Bayerns, Österreichs und Tschechiens werden sich ähnliche Bilder der Zerstörung bieten. Alle Betroffenen werden jede Hilfe brauchen, um ihre Existenz wieder aufzubauen.

(Inzwischen sind diese nur noch in den Archiven dieser Publikationen zu finden, eine Suche aber lohnt sicher. Es waren eindringliche und beeindruckende Bilder über den Kampf und die Hilfsbereitschaft der Menschen dabei.) |
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