Ende des 19. Jahrhunderts nahm der Ausflugsverkehr in das Zittauer Gebirge immer mehr zu, so dass bald nach einer besseren Verkehrsanbindung nach Zittau gesucht wurde. 1884 gründete sich in Zittau ein Komitee, dass sich den Bau einer Schmalspurbahn in das Zittauer Gebirge zum Ziel setzte. Als sich daraufhin noch die "Zittau-Oybin-Jonsdorfer Eisenbahngesellschaft" konstituierte, die vor allem die finanzielle Seite des Bahnbaus unter Dach und Fach brachte, stand dem Baubeginn nichts mehr im Wege. Am 24. November 1890 war es schließlich soweit: Der Eröffnungszug fuhr von Zittau nach Jonsdorf und anschließend nach Oybin. Am 15. Dezember 1890 wurde dann nach einigen Verzögerungen der reguläre Zugbetrieb aufgenommen.
Auf Grund der Erweiterung des Braunkohletagebaus Olbersdorf war das Ende der Bahn eine besiegelte Sache. Am 27. Mai 1990 sollte der Reiseverkehr und nur wenig später der Güterverkehr auf dieser Bahn eingestellt werden. Eine Ersatzlösung in Form einer Straßenbahn war bereits angedacht. Doch zur Freude aller Eisenbahnfans verhinderte die Wende diesen Plan. 1992 wurde der Güterverkehr mangels Frachtaufkommens endgültig eingestellt. Auch der Personenverkehr ging in den 90-er Jahren immer mehr zurück. Dafür stieg natürlich der Straßenverkehr im landschaftlich schönen Zittauer Gebirge stark an. Die DB AG hatte schon frühzeitig bekräftigt, den mit Millionendefiziten verbundenen Betrieb der Schmalspurbahn endgültig 1998 einzustellen. Angeregt durch die Aktivitäten des Interessenverbandes zur Erhaltung der Schmalspurbahn, wurde 1994 die Sächsisch Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft mbH (SOEG) gegründet.
Und noch immer dampft die Bahn ins Zittauer Gebirge!
Durch die Mühlsteinbrüche wurde ein geologisch sehr wertvolles Gebiet erschlossen. Eine Vielzahl vulkanischer Besonderheiten kann man hier besichtigen. Erst durch das Anlegen der Mühlsteinbrüche sind sie gut zu erkennen, weil sie hier freigelegt wurden. Es sind im einzelnen Basaltstöcke, Basaltstiele, Basalt- und Phonolitgänge, sowie durch den Vulkanismus veränderten und geformten Sandstein. Auch eisenhaltige Lösungen, die in die Schichtungen des Sandsteins eingedrungen sind, haben sich als Brauneisen-Platten verfestigt. Der durch den Vulkanismus erhitzte und später durch Abkühlung in Säulen zersprungene Sandstein ist überall in den Mühlsteinbrüchen zu finden. Am eindrucksvollsten sind die „Orgelsteine“, die in Europa ein einzigartiges Naturdenkmal darstellen.
1560 entdeckten der Ortsrichter Hieronimus Richter und seine beiden Söhne die besondere Brauchbarkeit des Jonsdorfer Sandsteins für Mühlsteine. 1580 begann der Abbau und die Herstellung von Mühlsteinen. Über 350 Jahre wurde der Sandstein für die Fertigung von Mühlsteinen gebrochen. Zeitweilig wurden bis zu 90 Arbeiter im Steinbruch beschäftigt. Jonsdorfer Mühlsteine wurden bis nach Russland und England exportiert. Es wurden komplette und sofort einsetzbare Mühlsteine, vom Abspalten in der Felswand bis zum fertigen Versand, hergestellt. Es gab sie in den unterschiedlichen Durchmessern von 60 cm bis zu 2,70 m. Im Jahre 1918 wurde die Produktion von Mühlsteinen allerdings eingestellt.
Schon seit Jahrhunderten wurde in der Lausitz die Braunkohle abgebaut. Ab dem 19. Jahrhundert entwickelte sich dieser Bergbau zu einem Hauptzweig der Industrialisierung in diesem Gebiet. Riesige Tagebaue mit monströsen Baggern und unzählige Brikettfabriken prägten die Landschaft. Später kamen dann noch die Kraftwerke zur Stromerzeugung hinzu.
Heute können interessierte Besucher viele dieser Anlagen als Industriedenkmäler besuchen oder in den renaturierten und gefluteten Tagebauen, wie z.B. dem ehemaligen Tagebau Olbersdorf, erholsame Stunden verbringen.
Galerie Urlaubsbilder 2005 Zittauer Gebirge Arbeit
Warning: eregi_replace() [function.eregi-replace]: REG_EMPTY in /var/www/web217/html/includes/seiten_url_1_dunkel.php on line 28 URL: http://www.spazolino.de